Informationen zum Erbbaurecht

Was ist ein Erbbaurecht?

Das Erbbaurecht bezeichnet das Recht, gegen Zahlung eines jährlichen festgelegten Erbbauzinses auf einem Grundstück ein Gebäude errichten zu können. Die Laufzeit für diesen "Pachtvertrag" ist auf 99 Jahre festgelegt; unkündbar, jedoch mit der Möglichkeit der Verlängerung.

 

Sollte das Erbbaurecht nicht verlängert werden, ist im Falle der Beendigung durch Zeitablauf der Grundstückseigentümer verpflichtet, 2/3 des aktuellen Sachwertes abzulösen. Die auf dem Grundstück gebaute Immobilie kann selbstverständlich verkauft, beliehen, vererbt oder verschenkt werden.

 

Kurz gesagt, Erbbaurecht ist grundstücksgleiches Recht, d.h. Sie sind Eigentümer der Immobilie, das Grundstück ist "gepachtet".

 

Welche positiven Auswirkungen hat das Erbbaurecht auf den Kaufpreis?

Wer vergibt Erbbaurechte und warum?

Hier liegt der große Vorteil des Erbbaurechts. Die Kaufpreise von Immobilien werden stark von den Grundstückspreisen beeinflusst. Und diese sind in den letzten 20 Jahren immens gestiegen. Auch in Zukunft werden Grundstücke zunehmend teurer, besonders in bevorzugten Lagen.

 

Im Erbbaurecht zahlen Sie beim Kauf tatsächlich nur Ihr Haus oder Ihre Eigentumswohnung ohne Grundstücksanteil.

 

Immobilien im Erbbaurecht bieten somit eine seltene Möglichkeit, preisgünstig Eigentum zu erwerben, gegebenenfalls fallen noch Erschließungskosten an.

 

Die traditionellen Erbbaurechtsgeber (Grundstückseigentümer) sind Kirchen, Versicherungen, Körperschaften des öffentlichen Rechts, staatliche Eigentümer, Stiftungen und in Bayern häufig Brauereien.

 

Dies sind Institutionen und Firmen, die historisch bedingt, über großen Grundbesitz verfügen und in langen Zeiträumen planen.

 

Durch die langfristige "Verpachtung" der Grundstücke erzielt der Erbbaurechtsgeber solide, dauerhafte Einnahmen, ohne die Eigentumsrechte am Grundstück abgeben zu müssen. Sollte während der Laufzeit des Erbbaurechts, also innerhalb der 99 Jahrem der Besitzer des Grundstücks wechseln, hat das für Sie keine Folgen, denn weder Kündigung noch eine beliebige Erhöhung des Erbbauzinses sind möglich.

 

Obwohl bei vielen Immobilienverkäufern das Erbbaurecht unbekannt ist, sind solche Objekte in Fachkreisen besonders gefragt. Daher steigt die Nachfrage nach dieser From des Angebotes.

 

Was zahle ich im Erbbaurecht?

Viele werden jetzt einwenden:"Günstiger Kaufpreis schön und gut, aber ich muss zusätzlich noch den Erbbauzins bezahlen."

 

Das ist richtig, doch statt der Finanzierung des Kaufpreisanteils für jeden Quadratmeter Grundstück zahlen Sie monatlich nur den Erbbauzins je m². Und wie gesagt, Sie benötigen weniger Eigen- bzw. Fremdkapital und haben dadurch einen geringeren Zins- und Tilgungsaufwand. Günstiger sind auch Notargebühren, Grundbucheintragungen und die Grunderwerbsteuer.